NACH DER TAT

Workshop

Manchmal gibt es gute Gründe für Dich, bei Gewalt und Mobbing nicht direkt einzugreifen. Wenn Du gefahrlos helfen willst, mach‘ es wie Doro, 20:  

Doro, 20

"Ich unterstütze das Projekt,

weil ich mir in meiner Schulzeit

genau so etwas gewünscht hätte."

Doro, 20, leitet in ihrer Freizeit Nach-der-Tat Workshops

"Ich habe bei der Entwicklung des Prinzips Bonhoff-Brief mitgeholfen, wir haben direkt mit Betroffenen gearbeitet. So konnten wir sicher gehen, dass es auch in der Praxis funktioniert und nicht nur ein theoretisches Prinzip ist, das sich zwar schön anhört aber an sich nicht praktikabel ist.

Was mir auch gefällt ist, dass vor der Workshopgruppe anschließend ein Jugendlicher steht, der weiß, wovon er spricht, und kein studierter Soziologe, der am Ende aber keine Ahnung hat, wie es wirklich in den Schulen zugeht.“

Einfach, gefahrlos und wirkungsvoll helfen -  wir zeigen in gratis Workshops einen neuen Weg:
                                                  Basis-Workshops

Hier geht es um den Einsatz des Bonhoff-Briefes. Wenn Du mitmachen willst, nenne uns einen Ort, wo Du einen gratis Basis-Workshop besuchen willst, unsere Trainees organisieren den Rest.

Auch Erwachsene können von Jugendlichen lernen. Unsere ersten Trainees stehen bereit, um auch Eltern das Prinzip Bonhoff-Brief zu zeigen. Schickt sie in die Eltern-Workshops

Sie können sich direkt bei uns anmelden.

Trainee-Workshops

Du willst selbst Nach-der-Tat Workshops leiten? Mitmachen kannst Du, indem Du uns Deine Erfahrungen mit Gewalt oder Mobbing schilderst. Die Trainee-Workshops finden in Berlin statt. Die Kosten für Workshop, Fahrt und Unterkunft tragen wir.

 

 

Doku Workshop Herbst 2010: Die Mutter aller Nach-der-Tat Workshops – dabei entstand der Bonhoff-Brief.

Wie können Angegriffene unterstützt werden?

Nach unserem bundesweiten Aufruf mit SPIESSER, uns Erfahrungen zu schildern, wie die Schule und andere staatliche Stellen auf Gewaltvorfälle reagiert haben, erhiehlten wir viele Meldungen. Jeder mit eigenen Erfahrungen ist für unseren Ansatz ein "Praxis-Experte". Weil "Praxis-Experten" wissen, wie es wirklich ist, haben wir mit ihnen vom 3. bis 5.September 2010 einen Workshop veranstaltet. Aufgabenstellung für den Workshop war, wie Angegriffene aus Sicht der Jugendlichen unterstützt werden können.

Danke an die Teilnehmer des Workshops.

In der Praxis kann vieles schief laufen...

... schon bei der Aufklärung von Gewaltvorfällen:

- Angegriffene schweigen, da sie sonst eine Verschlimmerung der Situation befürchten

- Zeugen (vermeintlich Unbeteiligte) schauen gleich weg oder schweigen später

- Mitschüler ignorieren die Vorfälle und bestärken damit die Täter in ihren Handlungen

- Mitschüler verbünden sich mit Tätern

- Eltern suchen die Schuld auch beim eigenen Kind oder ignorieren das Problem

- Lehrer ignorieren die Vorfälle, melden sie nicht dem Schulleiter, schätzen die Lage falsch ein oder leugnen das Problem

... auch bei der Reaktion der Verantwortlichen

- Lehrer reagieren genervt auf die Meldung, dass es ein Problem gibt bzw. immer noch gibt

- Lehrer thematisieren das Problem unvorbereitet vor der gesamten Klasse und verschlimmern die Situation für den Angegriffenen damit häufig

- Schulleiter fühlen sich nicht verantwortlich, reagieren nicht, melden es nicht weiter

- Angegriffene wenden sich an "Vertrauensperson" (Klassenlehrer, Vertrauenslehrer), die sich aber nicht für sie einsetzen

- Polizei reagiert nicht auf Hinweise, dass Gefahr andauert und schätzt die Situation falsch ein

- Polizei rät von einer Anzeige ab; betont, dass die "Beweise" nicht ausreichen würden

- Polizei "ermittelt", aber sichtbare Reaktionen erfolgen nicht

- Staatsanwaltschaft "ermittelt" und stellt das Verfahren später ein wegen "mangelnden öffentlichen Interesses" an der Strafverfolgung oder schlicht, weil nicht erfolgreich ermittelt wurde

In keinem dieser Fälle verbessert sich die Situation für den Angegriffenen.

Die Praxis-Experten haben die Erfahrung gemacht, dass schon die Aufklärung von Gewaltvorfällen oft mangelhaft erfolgt und trotz der Meldung, dass etwas schief läuft, nicht reagiert wird. Wenn auf Gewaltvorfälle nicht reagiert wird, wirkt sich das nachteilig auf das gesamte Umfeld (Klasse, Zeugen, Familie, Freunde, Bekannte, Verwandte, Lehrer, Eltern, Nachbarn) aus. Das nagt am Vertrauen aller Beteiligten auf das Recht und dessen Durchsetzung.

Reaktionen auf Gewaltvorfälle müssen oft erst eingefordert werden, wobei diejenigen, die Unterstützung brauchen und/oder das Unrecht melden, manchmal sogar als störend wahrgenommen werden. Nach Ansicht der Jugendlichen ist es unerlässlich, dass auf Gewalttaten sichtbar für Betroffene und Beobachter reagiert wird. Sie würden gern bei der Aufklärung helfen, wollen sich aber selbst nicht in Gefahr bringen. Deshalb haben wir gemeinsam mit diesen "Praxis-Experten" den Bonhoff-Brief entwickelt.

Einige Kommentare von Teilnehmern des Workshops:

H. (18): "Ich bin begeistert von der Idee mit dem anonymen Brief. Es ist ein tolles Projekt. Die Erfahrung, dass man es nicht allein machen muss, sondern Mitstreiter hat, ist schön."

D. (19): "Der Workshop hat konkrete Ergebnisse gebracht und das Angebot mit dem anonymen Brief finde ich richtig gut."

V. (16): "Ich fand es echt gut, dass sich endlich mal jemand dafür interessiert, wie in Wahrheit von Zuständigen wie Lehrern oder Polizei mit dem Thema Mobbing und Gewalt umgegangen wird."

R. (18): "Der Ansatz des Workshops war mal etwas völlig anderes. Es ging nicht darum, Altes wieder aufzuwärmen, sondern gemeinsam bessere Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft zu erarbeiten. Ich hatte das Gefühl, dass wir, statt nur nach Verteidigungsmöglichkeiten zu suchen, uns aktiv und produktiv mit dem Problem des Mobbings auseinandergesetzt haben und war auch mit den Ergebnissen zufrieden."

M. (15): "Ich finde es super, dass wir zu dem konkreten Ziel gekommen sind."